Der AfD keine Bühne geben!

Liebe Leserinnen und Leser,

Dazu habe ich folgenden Link zu einem Audiobeitrag des WDR (Katholikentag in Münster) gefunden.

Ich finde es gut, dass gegen den Auftritt dieser Partei auf dem Katholikentag protestiert worden ist! Ich finde es gut, dass man ihm zugehört hat. Ich finde es gut, dass diese Partei auf ihre schändlichen Äußerungen hin behaftet wird. Andauernd werden von Politikern dieser Partei Grenzen überschritten, die dann nachher bei Gelegenheit kleingeredet, bagatellisiert oder verharmlost werden. Kirche muss diese Grenzen der Mitmenschlichkeit bewahren helfen. Erst recht Wölfen in Schafspelzen gegenüber!

Schon während meiner Schulzeit habe ich die Nazi-Zeit in „allen“ Fächern durchbuchstabieren müssen. Damals hat mich das manches Mal echt genervt. Heute bin ich heilfroh, gerade an dieser Stelle sensibilisiert worden zu sein. All meinen Lehrern und Lehrerinnen danke ich hiermit herzlich!

Äußerungen einzelner Politiker dieser braunen Gesinnung werde ich hier mit Sicherheit nicht wiederholen. Aber dass ich jemals in meiner Dienstzeit auf diese Gefahr hinweisen müsste, hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können. Ich kann mich auch an so manche Kirchengeschichte-Seminare erinnern, wo ich in den Büchern nachlesen musste, wie die Kirche sehenden Auges in die Nazi-Zeit hineingerannt ist und in dieser Partei das Heil gewähnt hat. Die deutsche Kirche, die deutsche Kultur, die deutsche Herrenrasse, die deutsche Überlegenheit vor allen anderen – nichts hatte die Kirche dem entgegenzusetzen. Einzig die Bekennende Kirche! Meinen hohen Respekt diesen mutigen Männern und Frauen gegenüber. Aber ansonsten ist die Kirche, evangelisch wie katholisch, auf diese Wölfe im Schafspelz reingefallen und ihnen mit voller Überzeugung gefolgt! Wie alle anderen auch.

Ich möchte mir von meinen Kindern und Enkelkindern nicht vorwerfen lassen, geschwiegen zu haben. Deshalb werde ich nicht müde, vor rechter Hetze und Nationalismus zu warnen und meine Stimme warnend zu erheben. Niemals wieder!!! Niemals!

Uwe Klein, Pfarrer der Rheinischen Kirche

 

Lust auf Theologie?!

Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin jetzt seit 1985 als Theologe für meine Kirche tätig. In den vielen Jahren habe ich es nicht einmal bereut, Pfarrer geworden zu sein. Das Studium ist sicherlich schwer. Drei Sprachen wollen gelernt und gekonnt sein. Von all den anderen Herausforderungen des Studiums mal ganz zu schweigen. Aber es macht Spaß!! Was ist das für eine Freude, sich durch die Bücher und damit die Gedanken von berühmten Personen der Theologie regelrecht zu wühlen. Was freue ich mich auf die Zeit, wenn ich dazu wieder Gelegenheit finde. Viel zu selten komme ich im Alltag noch dazu.

Im Berufsleben ist das Pfarrersein nicht immer das, was man vielleicht erwartet. Arbeit gibt es mehr als genug und, wenn man nicht aufpasst, rund um die Uhr. Dieser Beruf ist so abwechslungsreich, so spannend, so schön, dass ich es immer wieder neu wagen würde und Pfarrer werden wollte! Auch heute noch, wo ich bald nach einem langen Berufsleben ganz andere Pläne habe.

Pfarrer/in – sein ist toll! Schlicht und ergreifend toll! Nicht immer, aber meistens 🙂

Jedem, der das studieren möchte, kann ich dazu nur Mut machen. Sicherlich – dieser Beruf ist nicht für jeden geeignet. Das wird man aber schnell merken.

Es lohnt sich, dieses Fach zu studieren. Gerne erzähle ich auch einmal davon in einem Gespräch. Sie dürfen mich gern ansprechen.

Uwe Klein, Pfarrer

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